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Sie hatten bisher noch keine Berührungspunkte mit dem Thema Spiritualität, sind aber neugierig mehr zu erfahren? Lesen Sie hier, warum Spiritualität für Ihre Persönlichkeitsentwicklung förderlich sein könnte.
Worum geht es bei Spiritualität?
In westlichen Kulturen herrscht die alleinstehende Annahme, dass alles weltliche Geschehen durch die Wissenschaften und den Verstand erklärbar ist. Wir lernen, dass alles Materielle und Physische uns Sicherheit und Wohlstand bietet, dass es gut ist, Geld, materielle Güter und (Vermögens-)Werte zu haben und dass man es nur dann „geschafft“ hat, wenn man möglichst viel von alledem angehäuft hat. Daran ist durchaus nicht alles verkehrt – Geld macht uns das Leben leichter, ermöglicht uns einen gewissen Freiheits-, Erfahrungs-, und Erlebnisgrad; doch Geld macht auch, dass wir durch die permanente Ding-, Sach-, und Verstandesorientierung die Wertschätzung für die Wesentlichkeiten des Lebens verlieren, für die sogenannten „kleinen Dingen des Lebens“.
Die in der Spiritualität praktizierte Kontemplation, Reflexion und der Fokus auf Achtsamkeit sind es, die uns diese Wiederanbindung an die eigene Transzendenz ermöglichen und in uns selbst die Ruhe (re-)kultivieren, die uns gerade durch die Schnelllebigkeit der technologisierten Gesellschaft genommen wurde. Wir streben zwar nach Wachstum, uns wird jedoch im Kollektiv nicht klargemacht, dass das Schwinden und Loslassen von Verhaltensweisen und Seiten in uns selbst, aber auch Dingen und Menschen, ebenso zum Leben gehört wie das Haben und Besitzen. Das Streben nach Fülle vernebelt uns die Notwendigkeit der Rückbesinnung auf das Wesentliche.
Einen Lösungsansatz für die dann oft empfundene Rigidität und innere Leere, die wir spüren, da uns die gesellschaftliche Schnelllebigkeit keinen Moment der Ruhe erlaubt, bietet das Praktizieren der Achtsamkeit, die wir aus fernöstlichen Kulturen kennen. Durch die Schulung und Kultivierung des Geistes und das gezielte Fokussieren auf eine Achtsamkeitspraxis, kann die Eile des Alltages und der daraus resultierende, mentale Stress reduziert werden. Achtsamkeit lehrt uns eine Art Neugier oder anders ausgedrückt „Dankbarkeit“ für den jetzigen Moment und hilft uns, aus den Gedankenkarussellen an die Vergangenheit oder aber die Zukunft herauszufinden, und freudiger durch das Leben zu gehen.
Durch innere Arbeit am Selbst finden wir in ein Gleichgewicht zurück, durch die Retrospektive unserer wahren Bedürfnisse und dem danach Handeln durch unsere Entscheidungen im Außen wird eine Art Drive ausgelöst; es ergeben sich die nötigen Veränderungen in unserer materiellen, physischen Welt: Wovon wir uns im Inneren abgrenzen, das wird sich ebenfalls im Außen zeigen, denn es besteht eine klare Verbindung von Materie und Geist – was im Innen im Gleichgewicht ist, das kann auch in unserer äußeren Welt an uns herantreten. Oder anders ausgedrückt – wir ziehen gewisse Situationen nicht mehr an, weil wir innerlich im Gleichgewicht sind.

Was ist Spiritualität?
Spiritualität befasst sich mit dem geistigen Wesen, also der geistigen Beschaffenheit von Menschen, Dingen und allen Lebewesen. Sie stellt die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Lebens und der eigenen Existenz. Sie steht synonym für die Transzendenz. Im engeren Sinne umfasst sie den Umgang mit der geistigen Welt, beispielsweise in Form von Ahnenverehrung in Mexiko, die Huldigung von Gottheiten im Hinduismus oder die Anbetung von Naturgottheiten – den Orishas – in der afroamerikanischen Yoruba-Religion; im weiteren Sinne jedoch hilft Spiritualität dabei, den Geist dahingehend zu klären, dass man das eigene Denken, Fühlen und Handeln in eine stimmige Balance bringt und so auch im eigenen Außen zu mehr harmonischeren Ereignissen führt, da die eigenen Entscheidungen fundierter und aus einem ruhigeren Geisteszustand getroffen werden.
Sie lehrt uns, dass Anziehung und Resonanz uns zu unserem eigenen Selbst leiten können, dass alles eine solche Resonanz oder Schwingung besitzt und dass alles im Universum unweigerlich zueinander in Verbindung steht, ob bewusst oder unbewusst. Spiritualität lässt sich sehr gut mit Annahmen aus der Physik verknüpfen; so schwingen beispielsweise unsere Energiepunkte, besser bekannt als Chakren, in bestimmten Hertz-Frequenzen und lassen sich infolgedessen z.B. durch entsprechende tonale Bespielung.
Wie lassen sich „Realität“ und Spiritualität verbinden?
Für die westliche Welt galt es im Laufe der Jahrhunderte alles Geschehen in eine möglichst homogene, kontrollierbare Masse zu bringen und so die Ordnung, Sicherheit und den Wohlstand zu gewährleisten. Andersartigkeit in Form von Spiritualität, also der Innenausrichtung eines Individuums, waren nicht willkommen. Hexen wurden verbrannt, Ureinwohner ausgerottet und mit ihnen altes Wissen zur Pflanzenheilkunde und dem Leben mit der Natur. In Wahrheit sind wir aber Teil der Natur, mögen wir auch in Behausungen aus Stein wohnen und den ganzen Tag am Computer sitzen. Das ist zwar gut für das Wirtschaftswachstum, jedoch nicht für unsere natürliche, soziale Beschaffenheit als „Tier“ Mensch. Wir brauchen die Verbindung mit der Natur, die nach Lebendigkeit strebt und uns letztlich auch (er-)nährt. Dass die westliche Welt angefangen hat, Spiritualität als Esoterik abzutun und zu verpönen, ist also als ein Akt zur Fokussierung auf die rein materielle Ebene gewesen, um uns weiszumachen, dass allein Arbeit und Besitz allein uns glücklich machen.

Ein Beispiel zu Verdeutlichung
Hier ein sehr kontrastreiches Beispiel als Denkanreiz, der bitte nicht als Bewertungen von individuellen Lebensentwürfen zu verstehen ist: Ein tibetischer Mönch kann sich durch die Anbindung an seine Spiritualität und die Schulung seines Geistes auf die Schönheit einer Blume besinnen und empfindet bei ihrer Betrachtung Freude an ihrer Essenz und der Herrlichkeit der Natur als Ganzes.
Ein Top-Manager der westlichen Welt würde im Gegensatz zu dem tibetischen Mönch vielleicht eher, bzw. zusätzlich zur Blume, als Freude definieren, alle zwei Jahre ein neues Automobil zu fahren - dafür arbeitet er schließlich hart. Dem Mönch wiederum kostet es den Aufwand der inneren Arbeit, seinen Geist ruhig und klar zu halten, damit er die nötige Resilienz aufbringen kann, die Blume in ihrer Gesamtheit wahrzunehmen.
Das heißt, dass Geld und Materie uns zwar physische Freiheitsgrade (z.B. Mobilität) eröffnen, nur sollten wir dabei nicht die (geistige) Freiheit in uns selbst verlieren und in innere Abhängigkeiten (z.B. produktiv zu sein) geraten, die uns und unsere Umwelt auf eine falsche Art und Weise antreiben und aus dem Gleichgewicht bringen.
Das bedeutet nicht, dass wir nun alle in ein tibetisches Kloster gehen müssen, sondern soll vielmehr aussagen, dass etwas mehr Zeitaufwand in die innere Arbeit zu transferieren, uns entlasten und unseren Geist resilienter machen kann, damit wir z.B. nur alle 5 Jahre ein neues Auto benötigen, weil wir die innere Abgrenzung zu materiellen Prämissen haben, was uns selbst uns allen/allem anderen zugutekommt.
Es geht bei der Verzahnung von Spiritualität und Materieller Welt darum, sich selbst zu erkennen, die Stärken und die Schattenseiten in uns, die uns ausmachen. Herr über uns selbst zu werden und die Blockaden liebevoll zu entlassen, die nicht mehr zu unserem eigentlichen Selbst gehören und uns hinderlich sind.
Wie funktioniert nun spirituelles Coaching?
Spirituelles Coaching kombiniert traditionelle Coaching-Methoden mit spirituellen Praktiken und Prinzipien. Es geht darum, die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele zu stärken und ein tieferes Verständnis über den eigenen Lebensweg zu erlangen. Durch Meditation, Achtsamkeit und andere spirituelle Techniken können Sie innere Blockaden lösen und ein neues Potenzial entfalten. Spirituelles Coaching beginnt oft mit einer Bestandsaufnahme der aktuellen Lebenssituation. Gemeinsam mit seinem Klienten, identifiziert der Coach die passenden, spirituellen Praktiken und Techniken, die auf die individuellen Bedürfnisse des Klienten angepasst sind. Dies kann z.B. eine geführte Meditation, Atemübung, Visualisierung oder eine andere Form der Achtsamkeitspraktik sein.
Im Grunde ist Spiritualität der Befürworter zur Ich-Werdung, es geht darum, dass die Menschen sie selbst werden und ihre Gaben in die Welt tragen und sich selbst mit den eigenen Stärken und Schwächen zu meistern. Sich leiten lassen von dem, was sie lieben und dies für andere bzw. die Gemeinschaft kultivieren: Denn, wenn beispielsweise Karl Foerster sich nicht der Kunst der Gärtnerei gewidmet hätte, er nicht nur ein weniger glücklicher Mensch gewesen wäre, sondern auch die Welt ein weniger schöner Ort geblieben wäre.
Foto Credits | Deckblatt-Foto von Lara Augstein | Foto 1 von Raimond Klavins auf Unsplash | Foto 2 von Daria Rom auf Unsplash
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